Geschichte und Erinnerung

Ein besonderer Abschluss unseres Schüleraustauschs

Der letzte Tag unseres deutsch-französischen Schüleraustauschs (22.06.2026) stand ganz im Zeichen der Erinnerung. In einer bewegenden Veranstaltung erlebten die Schülerinnen und Schüler, wie Geschichte lebendig werden kann und wie wichtig es ist, die Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für kommende Generationen zu bewahren.

Wir waren zu Gast im Don-Bosco-Zentrum, wo uns Petra Rosenberg empfing. Die Tochter von Otto Rosenberg, der in Auschwitz inhaftiert war und wie durch ein Wunder den Holocaust überlebte, las aus den Erinnerungen ihres Vaters und ging anschließend mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch, um deren Fragen zu beantworten. Die persönlichen Schilderungen ermöglichten einen eindrucksvollen Einblick in die Lebensgeschichte ihrer Familie und machten die historischen Ereignisse auf besondere Weise greifbar. Der Ort unseres Treffens war hierbei nicht zufällig, denn direkt in Marzahn – neben dem Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße befand sich das Zwangslager, das von den Nationalsozialisten erbaut wurde und in das zwischen 1936 und 1943 ca.1200 Sinti und Roma eingewiesen wurden, um dann in andere Konzentrationslager deportiert zu werden.

Damit auch unsere französischen Austauschschülerinnen und -schüler der Veranstaltung folgen konnten, wurden die Beiträge und Gespräche ins Französische übersetzt. Die Begegnung war für viele von uns sehr berührend. Die persönlichen Erzählungen, der Besuch dieses historischen Ortes und die Möglichkeit zum direkten Austausch machten den Vormittag zu einem besonderen Erlebnis, das viele betroffen zurückließ. Ein eindrucksvoller und zugleich nachdenklicher Abschluss unseres Schüleraustauschs, der gezeigt hat, wie wichtig Erinnerung, Verständigung und gemeinsames Lernen über Sprach- und Ländergrenzen hinweg sind.

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